Ich tanze also bin ich!
Ich habe einmal gehört, der eigene Körper sei wie ein Tempel. Ich solle ihn gut behandeln und auf ihn achten, damit meine Seele Lust hat darin zu wohnen. Darüber habe ich in den letzten Tagen öfter nachgedacht. Ich finde es schön, mir vorzustellen, dass mein Körper ein wunderbarer, heiliger Ort ist, an dem das Kostbarste wohnt das ich habe – meine eigene Seele, mein innerstes Selbst, mein Wesenskern. Trotzdem habe ich irgendwie das Gefühl, dass das für mich so nicht ganz stimmt. Diese Sichtweise trennt ganz strickt den Körper von meiner Seele und wohl auch von meinem Geist. Wenn ich das so betrachte, ist mein Körper dann nur ein Haufen von Zellen, die sich zu einer Form zusammengesetzt haben und funktionieren. Aber wozu und wer ist dann dieses „Ich“ das da in diesem Körper wohnt? Ist das der Geist, der sich darüber Gedanken macht und all diese verwirrenden Zitate liest. „Ich denke also bin ich.“ Hat auch einmal ein sehr gescheiter Mensch gesagt. Aber dann wäre ich ja nur Gedanken und was ist dann bitteschön wieder mit diesem Körper, der ja ein Tempel ist und wo bleibt überhaupt das Gefühl? Also so einfach ist das wohl Alles nicht. Eines ist klar, jeder Mensch hat einen Körper. Manche Menschen achten besonders gut auf ihn und andere nutzen ihn sehr effizient für ihre Zwecke, ohne Rücksicht auf Verluste. Andere wiederum optimieren ihn und versuchen das Beste aus ihm heraus zu holen. Wieder Andere vergessen einfach so gut es geht darauf, einen Körper zu haben und fokussieren sich lieber auf ihr digitales Selbst in Sozial Media, oder die Position innerhalb der Hierarchie ihrer Firma. Es gibt sehr viele Wege und Möglichkeiten in so einem Menschenleben. Nach meinem letzten Tanzworkshop habe ich für mich Folgendes beschlossen. Ich möchte mein Körper SEIN. Ich möchte ihn FÜHLEN, ihn LEBEN, ihn ATMEN ihn TANZEN. Ich bin mein Geist, meine Seele UND mein Körper und der Moment in dem ich alles in EINEM bin, ist der in dem ich es liebe am Leben zu sein

